24. Bayerischer Marketingtag für Gärtner und Floristen
Zielgruppen, Trends, Best Practice

Besucher in Veranstaltungssaal

Kundentypen, Digitalisierung im Handel und Verbraucherverhalten, Soziale Medien und die neuesten Trends für Weihnachten sollten nicht nur Einzelhandelsgärtnereien und Floristikbetriebe beschäftigen. Groß war die Resonanz beim 24. Bayerischer Marketingtag für Gärtner und Floristen in Würzburg im 11. Juli 2018.

Die 95 Teilnehmer befassten sich mit der Ansprache von Zielgruppen, spürten Trends nach und holten sich Gestaltungstipps für das Weihnachtsgeschäft. Zu den Fachvorträgen und der floristischen Präsentation luden das Staatsministerium und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kitzingen gemeinsam mit dem Bayerischen Gärtnereiverband und dem Fachverband Deutscher Floristen Landesverband Bayern ein.
Thema: Wo finde ich meine Kunden (Zielgruppenanalyse)?
Den Auftakt machte Prof. Dr. Thomas Vogler, Mercator-Consulting, von der Technischen Hochschule Ingolstadt. Heute bietet die Digitalisierung mit den Online-Angeboten attraktive Möglichkeiten für den Kunden, damit dieser mehr von seiner Freizeit hat. Gerne werden Hinweise des Verkäufers an den Kunden in der "Nachkaufphase" z. B. von Kaffeemaschinen aufgenommen, die zur Bestellung von Entkalkungstabletten führen. Dem Kunden wird somit ein personalisiertes Angebot aufgrund seiner im Internet verfügbaren Daten gemacht. Sein Profil kann sich zum Beispiel aus vorangegangenen Einkäufen, Ortsangaben (Kaufkraft), Alter und Geschlecht zusammensetzen.
Das geht so weit, dass digital dynamische Preise angezeigt werden. Dr. Thomas Vogler rät: Geben Sie doch einmal ihre Top-Verkaufsartikel bei Amazon ein: Bieten Sie auch die Vorschläge des Internet Kaufhauses an?
Die Kunden informieren sich in der Regel im Netz vor anstehenden Einkäufen über die Produkte und Dienstleistungen.
Dr. Andreas Becker von der Bayerischen Gartenakademie an der LWG in Veitshöchheim berichtete über die Sinus-Studie "Freizeitgartenbau", die im Auftrag des Staatsministeriums und der Verbände des bayerischen Gartenbaus durchgeführt wurde. Es konnten fünf Hobbygärtnertypen ausfindig gemacht werden, die individuell im gärtnerischen Fachhandel angesprochen werden sollten. Der Garten bietet generell Entschleunigung, Ruhe und soziale Kontakte. Die fünf Typen unterscheiden sich in ihrem Umgang mit dem Thema Garten voneinander.
  • Der Entspannungsorientierte (29 %) stellt die Erholung in den Vordergrund.
  • Die Gestalter (26 %) suchen Rat und Pflanzen sowie Ausstattung beim Gärtner.
  • Die Nutzgärtner (18 %) sind für Saatgut, Pflanzen und Werkzeuge empfänglich.
  • Der naturbezogene Gartennutzer (16 %) stellt die Vielfalt und Natürlichkeit in den Vordergrund.
  • Dankbare Kunden sind die Delegierer (12 %), die gerne die Dienstleistungen des Gartenbaus annehmen.
Floristin und Webmasterin berichtet
In einem packenden Vortrag brachte es Lin Scherer, Floristin und Webmasterin (floristweb.de) auf den Punkt: "Sind Sie nicht online, gibt es Sie einfach nicht. Planen Sie eine Strategie für Ihre Aktivitäten im Internet, damit Sie BMW werden". Die "Beste Mögliche Wahl" für den Kunden, der im Internet nach den gärtnerischen Produkten und Dienstleistungen sucht. Google Maps ist ein wichtiger Kanal, um Kunden ins Geschäft zu bringen. Für das Online-Marketing hat Lin Scherer eine Checkliste entwickelt, die über die Mobile Website des Unternehmens bis in die Sozialen Netzwerke bei Facebook und Instagram führt.
Tipps für Facebook-Auftritt
"Offline ist the new luxury", begann Carola-Bianca Forster von Reuß, die Gärtner & Floristen aus Neusäß/Westheim ihren Vortrag. Facebook ist eine kostenlose Werbeplattform, die man nur bedienen müsse. Ihre Tipps:
  • Die Firmen-Facebook Seite muss professionell sein und ist nicht mit dem privaten Facebook-Profil zu verwechseln.
  • Heben Sie individuelle Besonderheiten hervor.
  • Das Dienstleistungsangebot und weiterführende Tipps entdeckt der Kunde auf der Seite und wird in der Entscheidung zum Kauf und Treuehalten bestärkt.
  • Ganz wichtig ist gutes Bildmaterial.
X-Mas Trends 2018
Sylvia Weigner, Agenturleitung Bloom's GmbH und Floristmeisterin Manuela Ostertag präsentierten Ideen und Werkstücke, die sie als X-Mas Trends 2018 ausgemacht haben. Fünf Themen hat die Agentur Bloom's entwickelt, die in sich konsistent sind, angefangen von der Hintergrundgeschichte (storytelling) über Farben und Oberflächenstrukturen bis hin zum damit implizierten Lebensgefühl. Dem Verbraucher werden Wunschwelten hergestellt, die Naturerlebnisse beinhalten und auf das Handgefertigte aufbauen. Allen fünf Themen beinhalten Glitzeraspekte und stilvoll reduzierte Farben.
Neuro-Marketing
Sylvia Weigner entführte die Tagungsteilnehmer anschließend in die Erkenntnisse des Neuro-Marketings. Konsumenten sind heute multiple Persönlichkeiten und es wird immer schwieriger, konkrete Zielgruppen zu definieren. Die Erkenntnisse der Hirnforschung zeigen auf, dass Kaufentscheidungen unbewusst getroffen werden und erst nachträglich verstandesmäßig gerechtfertigt werden. Produkte, die keine Emotionen auslösen, sind für das Gehirn praktisch wertlos. Der Neuromarketingansatz nach Limbic® hilft dabei, Zielgruppen besser anzusprechen.

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Vanessa Zenker
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